Viele Wege führen nach Rom – und zur BTC

Ein Interview mit Ines Tegeler von BTC

Ines-Tegeler-Bild Viele Wege führen nach Rom - und zur BTC

Ines Tegeler ist Senior Recruiterin bei der Business Technology Consulting AG, kurz BTC. Seit drei Jahren unterstützt uns die Firma als Förderer und arbeitet eng mit uns zusammen. Sie kann sehr viel aus ihrer Erfahrung berichten, Tipps geben und interessante Einblicke gewähren. Wir haben mit ihr über ihre Laufbahn, die Branche und ihre Möglichkeiten gesprochen und außerdem erfahren, was Studierende und angehende Berufsstarter unbedingt beachten sollten!

Wer ist BTC und was sind die Tätigkeitsfelder?

BTC ist ein IT-Beratungsunternehmen mit Hauptsitz im schönen Oldenburg. Wir sind mit unserem Know-how branchenübergreifend unterwegs, genauer gesagt kommen unsere Kunden aus den Branchen Energie, Telekommunikation, öffentlichen Sektor, Industrie und Dienstleistung. So vielfältig wie unsere Branchen sind, ist auch unser Leistungsportfolio. Die IT-Beratung ist bei einem IT-Beratungsunternehmen natürlich das Herzstück. Daneben haben wir den Vertrieb und bieten in der Softwareentwicklung Standard- und Individuallösungen an. Dann ist aber noch nicht Schluss – die Systemintegration, der Betrieb sowie Support wird auf Wunsch des Kunden auch von uns durchgeführt. Damit man alles unter einen Hut bekommt sind unsere Projektmangement-Teams in verschiedenen Methoden (agil & klassisch) sicher unterwegs. Einsatzbereiche zum Durchstarten haben wir genug!

BTC ist nun seit drei Jahren Förderer von Active. Wie kam es dazu und wie denkst Du über das Konzept einer studentischen Unternehmensberatung?

Natürlich wollen wir durch diese Förderung im Hochschulmarketing stärker sein und uns auch mit Studierenden zielgerichtet vernetzen, um Potentiale frühzeitig zu fördern. Wir von BTC sind überzeugt, dass eine studentische Unternehmensberatung einen ersten Grundbaustein für Interessierte legt, um Praxiseinblicke zu gewinnen und auch Beratungskompetenz aufzubauen. Das merkt man tatsächlich, wenn man mit Studierenden zusammenarbeitet, die beispielsweise in Beratungen arbeiten. Auch in Vorstellungsgesprächen wird deutlich, dass eine höhere Praxisübertragung vorhanden ist. Wir begrüßen das sehr und finden es toll, dass es so etwas gibt und sich Studierende dafür begeistern und mitwirken. Auch für BTC entsteht durch die Kooperationen ein Mehrwert, weil durch den Input der Studierenden neue und andere Ideen entstehen.

Du bist Senior Recruiterin. Wie kam es dazu und welchen Weg bist Du gegangen?

Bei der BTC bin ich als Recruiting Consultant eingestiegen und konnte mich hier relativ schnell einarbeiten, weiterentwickeln und an den vielseitigen Aufgaben wachsen. Dieses Jahr bin ich dann Senior Consultant geworden. Tatsächlich ist mein aktuelles Aufgabengebiet sehr vielfältig. Innerhalb des Recruiting-Teams haben wir großen Gestaltungsspielraum, sodass wir laufend die Möglichkeiten haben, eigene Ideen einzubringen und umzusetzen.
Zusätzlich nehme ich seit diesem Jahr auch an unserem „BTC New Talents“-Programm teil. Dies ist ein 2-jähriges Förderprogramm, indem die fachliche, methodische und persönliche Weiterentwicklung on-the-job erfolgt.

Kannst Du uns noch mehr zu dem New Talent Programm verraten?

Gerne – das Programm wird (vorwiegend) durch interne Personen besetzt, indem man von seiner Führungskraft empfohlen wird. Externe Bewerbungen sind jedoch auch möglich. Danach findet ein erstes Gespräch mit erfahrenen Kollegeninnen der Führungskräfte-& Mitarbeiterentwicklung statt, um anschließend am eintägigen Assessment Center teilzunehmen, bei dem es sich auch der Vorstand nicht nehmen lässt dabei zu sein.

Im Programm selbst steht allen BTC New Talents als beratende Instanz ein persönlicher Mentor oder eine Mentorin aus dem Management zur Seite. Durch den engen Austausch profitiert man ungemein von dem Wissen einer erfahrenen Führungskraft. Daneben erhält man ein breites Schulungsangebot, nimmt an New Talent Meetings teil und vieles mehr. Ziel des Ganzen ist, dass man danach einen bestimmen Karriereweg, beispielsweise in einer Teamleitungs- oder Projektleitungsfunktion, im Unternehmen einschlagen kann.

Das Schöne ist auch, dass man durch die anderen New Talents und Projekteinheiten, verschiedene Bereiche kennenlernt, um sich dort ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Auch im Privaten unternehmen wir viel gemeinsam, zum Beispiel gehen wir jede Woche zum Badminton und Squash oder an warmen Tagen gibt es Grillabende.

Was genau sind deine Aufgaben und Tätigkeiten?

Meine Aufgaben sind sehr vielseitig. Als eine von insgesamt drei Recruitern, gehört es für uns zum Daily Business, die Personalbeschaffung für die BTC voranzubringen und laufend weiterzuentwickeln. Teil davon ist die Bedarfsaufnahme, Anforderungsanalyse, Ausschreibung von unseren Jobs und die entsprechende Platzierung in externen Kanälen. Daneben ist das Bewerberscreening, die Durchführung von Telefoninterviews und Vorstellungsgesprächen ein weiterer spannender Teil.

Gemeinsam mit unserem Marketing-Team entwickeln wir Marketingkampagnen oder kreative Anzeigen im Social Media-Kontext für unsere offenen Vakanzen. Die Teilnahme an verschiedenen Karrieremessen deutschlandweit ist ein weiterer großer Teil unserer Aufgaben. Mein spezieller Schwerpunkt ist das Hochschulmarketing, weshalb ich auch begeistert die Active Förderung vorantreibe. Wir halten auch Vorträge an Hochschulen/Unis oder geben Workshops für Studierende. Zum Beispiel haben wir kürzlich ein Bewerbertraining konzipiert, welches wir nun mit verschiedenen Gruppen von Studierenden durchführen.

Daneben hat jeder von uns noch verschiedene Personalprojekte. Man steuert vieles selbst, kann also eigene Ideen rund um das Recruiting aktiv einbringen und ausgestalten. Die Zusammenarbeit ist bei der Fülle an Aufgaben und Projekten essenziell. Teamarbeit und Kommunikation spielen hier eine ganz große Rolle bei uns und auch der Spaß geht nicht verloren – wir sind ein sehr eingespieltes Team.

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Ines Tegeler & ihr Team bei einer Messe

Du hast internationales Management studiert. Wie bist du davon zum Personalwesen gekommen und was hast du aus deinem Studium in diesem Bereich mitnehmen können?

Bei mir war schon ganz früh klar, dass ich etwas Internationales mit Wirtschaftsschwerpunkt und Sprachen machen möchte. Hier hat sich das Studium in Osnabrück angeboten, da es englischsprachig ist, man eine weitere Fremdsprache lernt und außerdem ein Auslandssemester zum festen Studienbestandteil gehört. Dort hatte ich auch Vorlesungen im Bereich Human Resources, die Inhalte haben mich besonders interessiert, sodass für mich klar war, dass der HR Bereich, das ist, worin ich arbeiten möchte. Der Studiengang war thematisch sehr breit gefächert. Davon konnte ich tatsächlich sehr viel mitnehmen und einen guten Überblick über wirtschaftliche Zusammenhänge erhalten. Wenn es zum Beispiel um neue Stellen bei uns geht, dann habe ich ein gutes Grundwissen um die Stellenbedarfe einzuordnen. Da hat mir das theoretische Wissen zu den verschiedensten Bereichen sehr geholfen.

Nach meinem Bachelorstudium habe ich Berufserfahrung gesammelt und dann berufsbegleitend ein Masterstudium im Bereich Wirtschaftspsychologie gemacht. Vorwiegend, um die psychologischen Kenntnisse in der Theorie zu erweitern und direkt mit der Praxis verbinden zu können. Das Studium habe ich vergangene Woche abgeschlossen.

Oh, herzlichen Glückwunsch! Jetzt wo es vorbei ist, wie hast Du rückblickend das berufsbegleitende Studium mit der Arbeit bei BTC vereinbaren können?

So ein berufsbegleitendes Studium ist schon anspruchsvoll, zeitintensiv und an der einen oder anderen Stelle belastend. Deshalb sind Struktur und Priorisierung alles. Klar, die Jobwechsel und Einarbeitung bei BTC, Studium und das Lernen on top war natürlich schwierig, aber man muss sich klar priorisieren können und wissen wie man sich selbst motivieren kann. Ich glaube das kann ich ganz gut! (lacht).

Ich habe es nicht als Belastung empfunden abends noch in einer Vorlesung zu sitzen, sondern es hat mir wirklich Spaß gemacht. Lästig waren eigentlich nur die häufigen Autofahrten mit viel Verkehr. Kompromisse muss man besonders an den Wochenenden eingehen, die von Vorlesungen und Hausarbeiten gezeichnet sind. Man muss ganz klar sagen, dass die Freizeit dann etwas heruntergefahren werden muss. Spontane Unternehmungen waren für mich schwierig! Wann lerne ich? Wann bereite ich was vor? Besonders, weil wir hier im Recruiting auch viel auf Messen unterwegs sind. Für mich hat am Ende alles gut funktioniert. All das natürlich Dank toller Unterstützung aus dem Kollegenkreis und dem privaten Umfeld.

Nun zu denen, die aktuell studieren. Was kann BTC Studierenden und Berufseinsteigern bieten? Was sind die Hauptargumente für eine Bewerbung?

Ich denke BTC kann eine ganze Menge bieten, vor allem Vielfalt. Nicht die alte Denke mit Kaffee kochen und Papierkram erledigen, sondern wirklich mitgenommen zu werden und etwas zu machen, dass auch gebraucht wird. Die Studierenden bei uns sind super wichtig und sind von Anfang an vollwertige Teammitglieder auf Augenhöhe. Sie kommen mit zu Veranstaltungen, nehmen an Workshops teil, werden fortlaufend in unsere Themen mit eingebunden und können, wenn sie es wollen, auch eine gewisse Verantwortung übernehmen.

Was muss ein Bewerber tun, um euch vom Hocker zu hauen?

Das Schlagwort ist für mich Authentizität. Offenheit, Veränderungsbereitschaft und der Wille zum Lernen. Wenn der ein oder andere fachliche Skill für den Moment noch fehlt, dann wird das hier im Job entwickelt. Für uns steht die Persönlichkeit im Vordergrund und eine gewisse Offenheit für neue Themen. In einem digitalen Unternehmen ist es total wichtig, sich auf Veränderungen und Neuerungen einzulassen, um immer am Puls der Zeit zu sein. Diese Kompetenzen sind für uns am Wichtigsten.

Dazu gehört auch die Identifikation mit unserer Unternehmenskultur und ein beidseitiges Lernen. Denn auch wir können und wollen, besonders von neuen Kollegen und Kolleginnen, eine Menge lernen. Generell ist bei uns aber alles möglich, ein Quereinstieg ist per se nicht ausgeschlossen. Da muss es nicht immer der stringente Werdegang sein, sondern kann auch mal ganz wild aussehen. Das finden wir meistens umso spannender.

Und was muss ein Bewerber tun, um bei euch unten durch zu sein?

Hier kann man keine Pauschalantwort geben. Ich glaube jeder Bereich des Unternehmens würde auf diese Frage etwas anderes antworten. Ich sehe mich eher als übergeordnete Instanz, aus der gesamten Perspektive von BTC. Jemand der zum Beispiel auf Vielfalt keine Rücksicht nimmt. Der vielleicht kein gewisses Maß an Höflichkeit mitbringt, der würde nicht zu unserer Unternehmenskultur passen.

Was würdest du als Recruiterin einem Studierenden im ersten Semester mit auf den Weg geben?

Das muss man natürlich immer individuell betrachten, aber für das erste Semester würde ich generell sagen: Sich selber kennenlernen, die eigenen Stärken und Schwächen entdecken. Sei neugierig, sei mutig, probiere was aus, schau was dich interessiert oder nicht interessiert. Nutze alle Möglichkeiten, die dir gegeben werden. Wenn es zum Beispiel ein Bewerbertraining von der BTC gibt oder irgendwelche Workshops, dann nutz das auf jeden Fall (lacht).

Und jemand, der gerade sein Studium beendet hat?

Hier würde ich empfehlen, dass man sich im Vorfeld schon damit beschäftigt, was die eigenen Präferenzen sind. Oder anders formuliert: Was zeichnet mich aus? Welche Erfahrungen haben mich geprägt? Welche Branchen und Unternehmen passen am ehesten zu meinen Werten & Vorstellungen. Und welche nicht? Diese Fragen sollte man für sich selbst beantworten können. Wenn man all dies reflektiert hat, muss man schauen, wo das perfekte Gegenstück ist. Also welche Stelle bei welchem Unternehmen in Frage kommt. Der Berufseinstieg sollte nicht nur aus Kompromissen bestehen, sondern auch den eigenen Ansprüchen und Werten entsprechen.

Was glaubst du, bedeutet die Digitalisierung für das Thema Recruiting & Personalwesen?

Für das Personalwesen bedeutet die Digitalisierung enorm viel. Ich denke, dass auf dem Arbeitsmarkt langfristig viele Stellen umverteilt werden, weil sehr viel durch die Technik ersetzt wird. Das muss nicht zwingend bedeuten, dass Jobs wegfallen, aber auf jeden Fall, dass sich Job-Profile verändern. Beispielsweise Apps für Dinge wie Zeiterfassung, Bescheinigungen und Abrechnungen. Auch die Erreichbarkeit spielt natürlich eine große Rolle, die durch die Digitalisierung noch forciert wird. Es kommen andere Kompetenzen und Fähigkeiten zum Einsatz, die man beachten muss. Im Entwicklungsbereich gibt es auch eine riesige Bandbreite, die wir hier so schnell gar nicht beleuchten können.

Im Recruiting, was ja gewissermaßen mein Herzensthema ist, passiert ebenfalls eine ganze Menge. Die Recruiting-Rolle wird sich grundlegend ändern. Das Netzwerken und Technik Know-how wird einen größeren Anteil im Aufgabenbereich einnehmen. Auch hier werden Apps, Programme und vielleicht sogar künstliche Intelligenz vermehrt eine Rolle spielen, zum Beispiel in der Bewerberauswahl.

Ein großes Thema ist zusätzlich noch der Social Media Bereich, der immer wichtiger wird. Wo platziert man die Stellenausschreibungen? Welche Algorithmen hinterlegt man? Zielgruppenidentifikation und Zielgruppennähe, eine Arbeitgebermarke zu bilden, das sind alles große Digitalisierungs- und Trendthemen im Recruiting. Als Unternehmen muss man genau schauen, wen man ansprechen möchte und auf welchem Kanal man dort am besten ankommt. Diese Trends darf man nicht verschlafen, aber man muss auch alle Entwicklungen genau betrachten und ihnen nicht blind folgen. Das wird die große Herausforderung sein.

Möchtest du unseren Lesern noch irgendetwas mit auf den Weg geben?

Ja, ich möchte gerne anmerken, dass ich Active und generell das Konzept der studentischen Unternehmensberatung sehr toll und spannend finde. Das ist eine große Möglichkeit für Studierende, sich mit Unternehmen zu vernetzen. Wir als BTC sind froh, Förderer zu sein und nah mit Euch zusammenarbeiten zu können. Ich wünschte ich hätte zu meiner Studienzeit gewusst, dass es sowas gibt (lacht). Da wäre ich sofort dabei gewesen. Ich find’s super, wenn ihr weiter Gas gebt, ordentlich Mitglieder an Bord holt und wir auch weiter zusammen aktiv sind. Ich lerne dadurch viele neue Sichtweisen kennen, weiter so!

Na das ist doch mal ein Schlusswort!

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Active & BTC beim Workshop zum Thema: Künstliche Intelligenz

Von | 2019-11-02T12:14:01+00:00 30. Oktober 2019|Kategorien: Für Studierende, Für Unternehmen|0 Kommentare

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